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Fontys Studenten präsentieren Marktforschungsergebnisse

Neue Perspektiven für Viersener Händler

Im Frühling dieses Jahres hatte die Stadt Viersen zusammen mit dem Werbering Viersen aktiv e. V. in Kooperation mit Studenten der Fontys International Business School beschlos­sen, gemeinsame Marktforschungsprojekte durchzuführen. Ziel war es Stärken und Schwächen des Viersener Einzel­handels aufzuzeigen und Verbes­serungen anzuregen.

Die Studenten hatten daraufhin mit Unterstützung von Paten aus dem Werberingvorstand Fragebögen entwickelt, Befra­gungen in der Kreisstadt Viersen durchgeführt und die Antworten ausgewertet. Auf Grundlage der gesammelten Daten stellten sie jetzt ihre Ergebnisse und Marketing-Konzepte vor. „Wir sind beeindruckt, mit wie viel Engagement die Studenten ihre Projekte bearbeitet haben. Aus den Ergebnissen können wir Anregungen entnehmen und sicher einige Vorschläge umsetzen“, sagte Jo Classen, Vorsitzender des Werberings.

Zu den Ergebnissen der einzelnen Projektgruppen:

Wie attraktiv sind verkaufsoffene Sonntage und wie können diese noch besser werden?

Aus den Antworten von 270 Verbrauchern und 75 Händlern ergab sich, dass über 87 Prozent der Viersener Kunden die verkaufs­offenen Sonntage als positiv empfinden. Sowohl die befragten Händler als auch Verbraucher betrachten Viersen als gemein­schaft­liche, traditionsorientierte und eher ruhige, aber freundliche und saubere Stadt. Die Umfrage ergab auch, dass zwar generell die Niederlande mit mehrheitlich 57 Prozent bevorzugt werden, wenn in Deutschland die Geschäfte geschlossen sind.

Haben die Geschäfte in Viersen allerdings zur gleichen Zeit geöffnet, entscheiden sich über 70 Prozent lieber für einen Sonntags­einkauf in Viersen. Besonders gut gefiel den Besuchern das vergrößerte Warenangebot und die Möglichkeit, Einkaufen mit anderen Freizeitaktivitäten, wie Essengehen und Freunde treffen zu verbinden. Eine musikalische Unterhaltung, ein besonderes gastronomisches Angebot und die Offerte verschiedener Kinderattraktionen mit Betreuungs­möglichkeit zu nutzen kamen bei den Befragten am Besten an. Hier, so ein Ergebnis, wurde ein breiteres Angebot gewünscht. Aufgrund einer niedrigeren Rück­lauf­quote vonseiten der Händler sind diese Antworten schwieriger zu bewerten. Größte Zustimmung finden auch hier Kinder­attraktionen, die als Publikumsmagnetengewertet wurden. Rund ein Viertel der Händler wünschten sich zusätzlich eine bessere Vorabinformation. Anzumerken ist hier, dass auch Nichtmitglieder im Werbering befragt wurden.

Zur Attraktivitätssteigerung empfehlen die Studenten vor allem eine verbesserte Kinderbetreuung und ein außer­ge­wöhnliches kulinarisches Angebot. Eine dafür von den Studenten speziell entwickelte Veranstaltung „Culinaria“, wird von den Verantwortlichen auf ihre Finanzierung und Machbarkeit geprüft.

Welche Aktionen können Viersen zur Weihnachtszeit bereichern?

Viersen ist zur Weihnachtszeit einen Besuch wert. Dies ist das positive Ergebnis der Befragung durch die zweite Projektgruppe. Von 501 befragten Menschen aus der Region Viersen besuchten 94 Prozent schon weihnachtliche Veranstaltungen in der Kreisstadt. Über ein Drittel kommen dafür extra aus Nettetal nach Viersen. Auf die Frage, was noch besser sein könnte, wünschte sich die Mehrheit noch mehr weihnachtliche Musikangebote und vielfältigere Kinderprogramme. Die Befragten wären bereit, für solche Angebote rund fünf Euro zu bezahlen. Die Studenten empfehlen, Kindergärten und Schulen mit eigenen Aufführungen einzubinden. Zusätzliche Bastelaktionen, sowie Krippenspiele könnten das Angebot erweitern. Um die einzelnen Stadtteile mit ihren Weihnachtsattraktionen in ein gesamtstädtisches Konzept einzubinden, entwickelten die Studenten die Idee einer Sammel­karte. Auf dieser können Besucher an den Adventswochenenden in den verschiedenen Stadtteilen Stempel sammeln. Als Engel oder Weihnachtsmann verkleidete Stelzenläufer könnten diese als Hingucker verteilen. Alle vollständig abgestempelten Karten würden abschließend an einer weihnachtlichen Verlosung teilnehmen. Die Studenten entwarfen zusätzlich einen weihnachtlichen Veranstaltungsplan, den der Werbering gemeinsam mit der Stadt auf seine Umsetzbarkeit prüfen will.

Wie kann die Nutzung der CityCard verbessert werden?

Diese Fragestellung untersuchte die dritte Projektgruppe. Die CityCard Viersen wurde 2002 von der Volksbank Viersen und dem Werbering Viersen aktiv e. V. als Bonussystem für Händler und Kunden der Kreisstadt Viersen ins Leben gerufen. Sie hat die Aufgabe für die Händler als Kundenbindungssystem zu fungieren und so die Kaufkraft in Viersen zu halten. Zurzeit nutzen lediglich drei Prozent der Händler aus Viersen, Süchteln und Dülken die CityCard Viersen. Dieser geringe Prozentanteil ist ein Grund, warum nur wenige Kunden bereit sind, die CityCard Viersen in Anspruch zu nehmen. Die Studenten befragten insgesamt 136 CityCard-Kunden, 200 Nicht-Kunden und 58 Händler.

Die Mehrheit der CityCard-Kunden sind mit der CityCard Viersen und dem Bonusprogramm zufrieden. 88 von 136 befragten Personen würden zum jetzigen Zeitpunkt ihre CityCard Viersen verlängern, beziehungsweise das Angebot erneut wahrnehmen. Dennoch wünschten sich die Kartennutzer mehr Möglichkeiten, ihre Karte im Einzelhandel und der Gastronomie einsetzen zu können.

Ein Problem der CityCard ist ihr noch relativ niedriger Bekanntheitsgrad. Obwohl bei den Nicht-Kunden generell eine hohe Kaufbereitschaft und ein großes Interesse an Rabattaktionen im Raum Viersen besteht, war die CityCard vielen nicht hinreichend bekannt. Um mehr Menschen zu erreichen, so das Fazit der Studenten, müsste sowohl die bislang geringe Bekanntheit als auch die Anzahl der teilnehmenden Händler gesteigert werden. Dann würde sich der Erwerb der CityCard Viersen für die Konsumenten mehr lohnen. Um die Karte bekannter zu machen, empfehlen die Studenten Marketingaktionen und Events sowie die Verbes­serung der Homepage der CityCard Viersen. Nur 42 der befragten Kunden konnten angeben, dass sie die Homepage überhaupt kennen. Die Erweiterung der CityCard Viersen um öffentliche Angebote wurde von den Händlern gewünscht. Angeregt wurde die Integration von Schwimmbädern, dem ÖPNV und Reisebüros.