Skip to main content

„Junge Menschen brauchen eine Perspektive in unserer Stadt“

Ausbildungsinitiative in Viersen soll weiter voranschreiten.

Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Krefeld und der Hoch­schule Niederrhein will die Stadt Viersen für die rund 660 Viersener Abiturienten des „doppelten Abiturjahrgangs 2013“, zusätzliche Ausbildungsangebote schaffen. Bereits Ende vergangenen Jahres, wurde in einer gemeinsamen Aktion, ein persönliches Schreiben an die Unternehmen versandt, mit der Bitte zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Erste Mel­dungen freier Ausbildungsplätze beim Arbeitsamt könnten nun weitere Unternehmen motivieren, die wichtige Initiative auf breiterer Ebene zu unterstützen.

Eines der Unternehmen, die im August 2013 einen Aus­bil­dungs­platz neu besetzen wollen, ist der Maler- und Lackier­betrieb von Thomas Schmitz mit Sitz auf der Bachstraße. Thomas Schmitz, gelernter Malermeister, ist seit zehn Jahren selbstständig und hatte zuvor erst einmal einen Auszubildenden in seinem Betrieb angelernt. „Ich hatte aus familiären Gründen zugestimmt, einen Lehrling einzustellen. Der hat nun seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.“ Im Verlauf der Lehre und angesichts des drohenden Fachkräftemangels ist der Meister inzwischen überzeugt davon, auch weiterhin auszubilden: „Wir können uns nicht beschweren, dass es keinen geeigneten Nachwuchs auf dem Arbeitsmarkt gibt, wenn wir nicht selber bereit sind, für die Ausbildung junger Leute Verantwortung zu tragen.“ Nachdem er dem Arbeitsamt Krefeld seine Bereitschaft zur Ausbildung signalisiert hatte, landeten auch prompt zahlreiche Bewerbungen von Schülern und Schülerinnen, auch vom Gymnasium, auf seinem Schreibtisch. „Ich möchte allen eine Chance geben. Deshalb habe ich sämtliche Bewerber angerufen. Einige sind nun zu einem kurzen Praktikum eingeladen.“ So erläutert Schmitz, der auch Hauptschüler und den Teilnehmer einer berufsfördernden Maßnahme in die engere Wahl zieht, seine Herangehensweise. Für ihn zählen neben den schulischen Leistungen vor allem soziale Kompetenzen zu den wichtigen Auswahlkriterien. „Mein Lehrling sollte freundlich zu Kunden sein, pünktlich kommen und ein ernsthaftes Interesse an dem Malerberuf mitbringen.“

Nachahmer gesucht

Auf die Frage, wie er weitere Betriebe und Firmen zum Ausbilden bewegen würde, antwortet Schmitz sofort: „Jeder sollte seinen Teil zu dieser gesellschaftlichen Aufgabe beitragen. Darüber hinaus kann ich meinen Meisterberuf mit einem Lehrling in seiner ganzen Vielfalt ausleben, mein Wissen weiterreichen und ich habe spätestens ab dem zweiten Lehrjahr auch eine echte Hilfe im Betrieb.“ Der Malermeister wird in den kommenden Wochen für einen der fünf Kandidaten einen Lehrvertrag bereithalten.

Die Verantwortlichen der Initiative zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungsstellen, hoffen, dass Beispiele wie Thomas Schmitz möglichst viele weitere Unternehmen zur Schaffung von Ausbildungsplätzen ermuntern. „Nur mit gemeinsamer Kraft können wir in Viersen die Herausforderungen des doppelten Abiturjahrgangs meistern. Gerade auch unter der Perspektive, dass die hohe Zahl von Abiturienten den Konkurrenzdruck auf Abgänger von Realschulen und Hauptschulen bei der Bewerbung auf eine Lehrstelle weiter erhöhen wird“, fasst es Veronika Kreuzer, zuständige Mitarbeiterin der städtischen Wirtschaftsförderung, zusammen. Wer einen Ausbildungsplatz anbieten möchte, kann sich bei allen an der Aktion beteiligten Partnern melden.

PRAKTIKUM