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Kooperation Schule – Wirtschaft

Die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen ist in Viersen keine Seltenheit mehr. Bekannte Konzerne wie Schwarzkopf & Henkel, die Otto Fuchs GmbH & Co. KG, das Allgemeine Krankenhaus Viersen oder auch die Volksbank Viersen und die Sparkasse Krefeld arbeiten inzwischen fest mit einer oder gleich mehreren Schulen im Stadtgebiet zusammen. In dieser Woche nun konnte eine weitere Kooperation vertraglich festgehalten werden.

Erfahrungsaustausch zwischen Schule und Unternehmen

Das renommierte Sanitätshausunternehmen Lettermann wird sich künftig besonders eng an die Realschule Josefskirche binden. Ziel der Zusammenarbeit ist der Aufbau einer Kommunikationskultur zwischen den Vertragspartnern. Zum einen, damit die Firma einen tieferen Einblick in das Schulleben bekommt und seine Ausbildungsmaßnahmen darauf einstellen kann, zum anderen damit die städtische Realschule ihre Berufswahlvorbereitung und -orientierung praxisnah inten­sivieren kann, sodass die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte Einblicke in wirtschaftliche Prozesse und Strukturen von Lettermann erhalten.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden künftig Betriebsbesichtigungen im technischen Bereich des Unternehmens angeboten. Darüber hinaus wird es Schülerbetriebspraktika in der Klasse 9 sowie Plätze für Berufsfelderkundungstage im Rahmen von KAoA (Kein Abschluss ohne Anschluss) geben. Für einen ersten Einblick öffnet das Sanitätshaus zusätzlich an Praxistagen seine Türen für Schülerinnen und Schüler aus den 10. Klassen. Ein Programm, bei dem der Nachwuchs selber Hand anlegen kann und so einmal eine Einlage oder Sitzschale herstellt, soll Neugierde auf den Beruf wecken und zu einer Bewerbung ermuntern.

Die Teilnahme am Tag der offenen Tür der Realschule sowie Azubis, die als Ausbildungsbotschafter in die Klasse kommen, gehören ebenfalls fest zum vereinbarten Engagement. In Zukunft soll noch mehr möglich sein: Die Teilnahme von Schülergruppen am Accessmentcenter des Unternehmens sowie die Einführung eines „Rollstuhltages“, damit Schülerinnen und Schüler für die Bedürfnisse und Empfindungen gehandicapter Menschen sensibilisiert werden, stehen aktuell in der Diskussion.

Fachkräfte in Viersen finden

„Wir möchten dem Fachkräftemangel in Viersen aktiv vorbauen und natürlich auch den Jugendlichen interessante berufliche Perspektiven in ihrer Heimatstadt aufzeigen. Mit den Kooperationen zwischen Unternehmen und Schulen legen wir hierfür gute Grundsteine, auf denen sich nachhaltige Beziehungen aufbauen lassen. Wir freuen uns sehr, dass Lettermann als Sanitätshaus und Orthopädie-Technik-Betrieb nun ebenfalls einen für sich bestens geeigneten Kooperationspartner in der Realschule Josefskirche gefunden hat.“ So fasst es Veronika Kreuzer als zuständige Mitarbeiterin der Viersener Wirtschaftsförderung zusammen. Bereits im November hatte ein erstes Treffen zwischen der Schule und dem Unternehmen unter der Begleitung der Wirtschaftsförderung stattgefunden auf dem Ansätze der Zusammenarbeit ausführlich besprochen wurden. Tamara Gross, Teamleiterin bei Lettermann, sieht in der Zusammenarbeit Vorteile für beide Seiten.“ Wir wollen uns nicht über Fachkräftemangel beklagen, sondern ihn aktiv bekämpfen, indem wir auf qualitative Ausbildung bei uns im Betrieb setzen. Leider wird es immer schwerer junge Leute für relativ unbekannte Ausbildungs­berufe, wie beispielsweise den Orthopädietechnik-Mechaniker, zu finden. Deshalb haben wir uns entschieden, Berufe vor Ort erlebbar zu machen und zu zeigen, welche Karrierewege bei uns im Unternehmen offen stehen. Ein weiterer Grund ist, den Standort Viersen zu unterstützen. Wir möchten auch etwas zurückgeben und setzen vermehrt auf Auszubildende und Mitarbeiter aus dem Raum Viersen.“

Aus Schülersicht fasst Hasene Mpargan, die aktuell ein Praktikum in der Firma absolviert, ihren Eindruck ebenfalls positiv zusammen: „In Bezug auf meine Berufswahl, hat mir dieses Praktikum sehr geholfen. Ich weiß jetzt in welchem Bereich ich später einmal arbeiten möchte. Die Büro- und Verwaltungsarbeit macht mir großen Spaß und ich könnte mir sehr gut vorstellen, einmal hier tätig zu sein.“ Zur Frage warum die Wahl gerade auf eine Realschule als Partner fiel, kontert Tamara Gross: „Warum nicht? Wir suchen intelligente junge Fachkräfte von morgen. Dabei spielt der schulische Background nur eine Nebenrolle. Noten spiegeln nur bedingt den Charakter eines Schülers wider und handwerkliches Geschick lässt sich nicht daran ablesen. Es ist viel wichtiger, wie junge Menschen auf ihr soziales Umfeld reagieren. Auch sehen wir den Trend, dass Gymnasiasten später zumeist studieren wollen; somit ist die Anzahl der potenziellen Bewerber hier geringer für uns. Gerade Realschüler können in der Ausbildung ihr fachliches Geschick zeigen und erste Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt sammeln.“ Bei Lettermann sind zurzeit rund 120 Menschen beschäftigt, davon sind rund 33 Auszubildende. 60-80 Prozent werden anschließend in eine Anstellung übernommen.

Die Ausbildungsberufe bei Lettermann

  • Ausbildungsangebot:
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen
  • Orthopädietechnik-Mechaniker/-in
  • Orthopädieschuhtechniker/-in
  • Einzelhandelskaufmann/-frau
  • Fachlagerist/-in
  • Servicefahrer/-in
  • Marketingkaufmann/-frau
  • Fachinformatiker für Systemintegration

Kontakt

Wenn Sie als Unternehmen Interesse an einer Kooperation haben, melden Sie sich bei:

Veronika Kreuzer
Wirtschaftsförderung der Stadt Viersen

Telefon: 0 21 62 – 10 15 95
E-Mail: Veronika.Kreuzer@viersen.de