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Lebensphasenorientierte Personalpolitik ist ein Thema für Unternehmen

Unternehmerberfragung des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Mittlerer Niederrhein

Firmen aus der Region Mittlerer Niederrhein interessieren sich besonders für die Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeitgestaltung, des gelungenen Wiedereinstiegs nach der Elternzeit und der betrieblichen Kinderbetreuung. Dazu wünschen sie sich in erster Linie Informationsmaterial und Gelegenheiten zum Austausch. Vom letzten Oktober bis zum 14. April dieses Jahres hatte das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Mittlerer Niederrhein Unternehmen aus der Region gebeten, an der Fragebogenaktion zum Thema lebensphasenorientierter Personalpolitik teilzunehmen. Ziel der Befragung war es, den Bedarf an Maßnahmen und Wünschen vor allem zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Region herauszukristallisieren, um Unternehmen künftig noch gezielter mit Angeboten unterstützen zu können. Die Auswertung der Antworten zeigt aber auch, dass sich Führungskräfte und Personaler bereits intensiv mit Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf auseinandersetzen.

Über 90 Firmen haben geantwortet

Insgesamt 93 Unternehmen nahmen an der freiwilligen Befragung teil. 37,6 Prozent davon zählen mit bis zu neun Beschäftigten zu den Kleinstunternehmen, weitere 32,3 Prozent haben bis zu 49 Beschäftigte und 11,8 Prozent zählen mit bis zu 249 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zu den mittleren Unternehmen. Über 250 Beschäftigte hatten nur 9,7 Prozent der beteiligten Firmen. Zu den stärker vertretenen Branchen unter den Rückläufern zählte unter anderem das Baugewerbe. Darüber hinaus hatte die Mehrheit der Betriebe einen Standort im Kreis Viersen (58 Unternehmen). Auf die Frage, welche Themen in der aktuellen Unternehmenssituation besonders interessant seien, kreuzten über 35 Prozent der Befragten Antworten aus dem Bereich der flexiblen Arbeitszeitgestaltung an. Mit einem etwas größeren Abstand nannten jeweils knapp über 17 Prozent der Unternehmen den Wiedereinstieg nach der Elternzeit und Angebote zur Kinderbetreuung. Rund 16 Prozent interessieren sich für die Bereiche Führen in Teilzeit sowie die Förderung weiblicher Beschäftigter. Nur rund fünf Prozent benannten die Ausbildung in Teilzeit noch als interessantes Thema.

Kinderbetreuungsangebote könnten noch ausgebaut werden

Während der Themenbereich der flexiblen Arbeitszeitgestaltung bereits Anwendung im Unternehmensalltag der beteiligten Firmen findet – knapp 50 Prozent gaben, zu ihrer derzeitigen Situation befragt, an, dass sie ihren Beschäftigten eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit anbieten, über 48 Prozent nutzen das Instrument der Arbeitszeitkonten, weitere 21 Prozent realisieren Jobsharing?Angebote –, geht die Schere zwischen Interesse und aktiver Umsetzung im Bereich der Kinderbetreuung noch auseinander. Nur 24 Prozent der Befragten kreuzten an, Angebote wie Ferienbetreuung oder die Inanspruchnahme von Belegplätzen in Kindergärten anzubieten. 14 Prozent unterstützen ihre Beschäftigten aber bereits heute mit Zuschüssen zu den Kinderbetreuungskosten. Erfreulich: Im Notfall stehen 62 Prozent der befragten Unternehmen ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mit Maßnahmen wie Arbeitsbefreiung oder Sonderurlaub zur Seite.

Informationsmaterial wird gewünscht

Besonders spannend für die Weiterentwicklung der Arbeit des Kompetenzzentrums waren die Antworten auf die Frage, was sich die Unternehmen eigentlich in diesem Bereich als Unterstützung wünschen. Über die Hälfte – 55 Prozent – wünschen sich die Bereitstellung von Informationsmaterial, vor allem zu Varianten der betrieblichen Kinderbetreuung, der Vielfalt flexibler Arbeitszeitmodelle sowie zum Bereich der Karriereplanung. Ein Drittel der Befragten würde sich zusätzlich gerne in entsprechenden Netzwerken aktiv über die genannten Thematiken austauschen. Weitere 15 Prozent interessieren sich für die Möglichkeit einer individuellen Beratung sowie für eine professionelle Begleitung bei der Umsetzung entsprechender Projekte. „Wir haben uns über die gute Rücklaufquote dieser ersten Frageaktion gefreut. Die Ergebnisse zeigen uns, dass Unternehmen für diese Thematik sensibilisiert sind und Informationen und Hilfestellung in den vielfältigen Bereichen einer lebensphasenorientierten Personalpolitik wünschen. Hier vertiefen wir zurzeit entsprechend unser Informationsangebot.“ Dieses Fazit zieht Frau Dr. Sandra Laumen als Projektleiterin des Kompetenzzentrums Frau & Beruf Mittlerer Niederrhein anhand der Auswertung. Auch alle 16 Unternehmen, die im Rahmen der Befragung den Wunsch einer direkten Kontaktaufnahme geäußert haben, wurden bereits oder werden jetzt zügig angesprochen.

Kontakt:

Kompetenzzentrum Frau und Beruf Mittlerer Niederrhein
Willy?Brandt?Ring 15
41747 Viersen
Tel.: 02162/53015?222
Fax: 02162/53015?224
www.competentia.nrw.de