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Viersen und die Mispel

Melanie Jablonski


Ein symbolträchtiges Wappen

Seit 1970 symbolisieren drei Wappen-Mispelblüten den Zusammenschluss von Viersen, Dülken und Süchteln (Boisheim). Auch geldrische Rose genannt, zeigte die Blüte im Wappen schon 1450 Viersens einstige Zugehörigkeit zu Geldern.

Die Mispel ist ein kleiner bis mittlerer Baumstamm, der von den Römern nach Mitteleuropa und in die Klostergärten gebracht wurde und entstammt der Familie der Rosengewächse. Im Mittelalter war die Mispel ein viel genutztes und beliebtes Obst. Heute dagegen ist sie fast in Vergessenheit geraten. Nicht so jedoch in Viersen. Hier wird die Liebe zur Tradition und damit zur Mispel mit Leidenschaft und Engagement gepflegt. Was uns wiederrum zu einer kleinen Liebeserklärung an die Mispel (und damit auch an Viersen) verleitet hat.

Die Mispel als Zutat

Grundsätzlich ist die Mispel in rohem sowie im gegarten Zustand essbar. Unbehandelt sind die Früchte allerdings keine wirkliche Delikatesse. Wartet man jedoch mit der Ernte bis nach dem ersten Frost und lagert sie einige Wochen, dann zeigt das kleine Früchtchen was es kann. In Marmelade verkocht oder als Getränk zubereitet entfaltet die Mispel ihr wahres Talent.

Ein echter Schatz der Natur!

Köstlich in Mus, Gelee, Likör oder Senf verarbeitet – und voller natürlicher Heilkraft: ein echter Schatz der Natur! Denn der Genuss der Mispel fördert die Verdauung und lindert Entzündungen des Darms. Die Viersenerin Maria Franken, die sich seit vielen Jahren im Heimatverein Viersen engagiert, hat unter dem Titel Niederrheinische Küche: „on sue woerd vröer en Viersche jekokkd“ (und so wurde früher in Viersen gekocht) mittlerweile die vierte und erweiterte Rezeptsammlung vorgestellt, die auch leckere Rezepte rund um die Mispel enthält.

Erhältlich ist das Buch in der Buchhandlung Doetsch am Rathausmarkt in Viersen. Wer jedoch weder Zeit noch Muße (oder mangelndes Kochtalent) hat, der wird in und um Viersen mehr als nur fündig. Hier bieten sich gleich zwei echte Institutionen an: Die Alt Viersener Senfmanufaktur bietet, neben einer spannenden Produktpalette, küchenfertige Mispel-Delikatessen wie den Mispel-Senf, die Mispel-Konfitüre, den Mispel-Likör oder das Mispel-Schnäpsken und damit 

Viersener Kulturgut im Glas

Aber nicht nur das, auch die Manufaktur an sich, ist auf jeden Fall, nicht zuletzt wegen des Inhaber, Dietmar Päpst – een echte Vierscher Jung – einen Besuch wert. 

Ein echtes Eldorado für Genießer

Ein paar Kilometer weiter, zugegebener Maßen hinter den Stadtgrenzen Viersens, findet sich die Kornbrennerei Hartges. Die landwirtschaftliche Kornbrennerei wird bereits seit 1776 als Familienbetrieb geführt und bietet heute ca. 50 verschiedene Sorten Korn, Liköre, Kräuterbitter aus eigener Herstellung an.

Hier werden auch, die vom Viersener Heimatverein liebevoll gesammelten Mispeln zu einem Mispelgeist gebrannt und stehen dort zum Verkauf bereit. Der gut sortierte Hofladen der Familie Hartges ist ein echtes Eldorado für Genießer –  und punktet nicht zuletzt mit den spannenden Destillationskursen. Übrigens auch eine ideale Schnapsidee als Gutschein zum Verschenken. Die beiden symphatischen Schwestern Marlies Mentken und Hildegard Reinhardt, die das Geschäft Ihrer Vorfahren weiterführen, sind echte Kennerinnen und stehen auch gerne beratend zur Seite.

Für beiden Läden gilt: Bringen Sie auf jeden Fall etwas Zeit mit – es gibt viel zu entdecken!