Hauskauf mit Wohnrecht

Hauskauf mit Wohnrecht

Was es bedeutet und was zu beachten ist

Der Hauskauf ist eine große finanzielle Investition und mit einigen rechtlichen Aspekten verbunden. Eine mögliche Option ist der Hauskauf mit Wohnrecht. Was das genau bedeutet, welche Vor- und Nachteile es gibt und welche rechtlichen Aspekte Sie beachten sollten, erfahren Sie in diesem Blogartikel. Viel Freude beim Informieren!

Was bedeutet „Hauskauf mit Wohnrecht“?

Das „Wohnrecht“ ist ein gesetzliches Recht, das lebenslang oder zeitlich begrenzt sein kann. Es sichert der begünstigten Person den Verbleib im Haus, auch wenn sie nicht der Eigentümer ist. Jedoch mindert es auch den Wert der Immobilie. Deshalb scheint es für viele Käufer lukrativ, ein deutlich günstigeres Haus mit einem eingetragenen (lebenslangen) Wohnrecht zu erwerben.

Es ist zwischen lebenslangem und zeitlich begrenztem Wohnrecht zu unterscheiden. Ein lebenslanges Wohnrecht bleibt für die gesamte Lebensdauer des Berechtigten bestehen und erlischt erst mit dessen Tod. Das zeitlich begrenzte Wohnrecht hingegen verfügt über eine festgelegte Dauer bis zu einem bestimmten Ereignis oder für einen gewissen Zeitraum.

Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Der größte Vorteil für den Käufer eines Hauses mit Wohnrecht ist der finanzielle Aspekt. Der Kaufpreis eines Hauses mit Wohnrecht kann deutlich niedriger ausfallen, da der Käufer die Immobilie nicht sofort selbst nutzen kann. Das Wohnrecht vermindert somit den Wert der Immobilie, was sich im Kaufpreis niederschlägt. Darüber hinaus kann sich ein Käufer durch den Hauskauf mit Wohnrecht seine Traumimmobilie sichern. Stimmen die Lage, die Ausstattung und alle anderen Aspekte mit den eigenen Vorstellungen überein, der Eigentümer möchte sich jedoch ein Wohnrecht sichern, ist diese Möglichkeit eine Überlegung wert.

Die Tatsache, dass die Immobilie nicht sofort vom Käufer genutzt werden kann, ist als potentieller Nachteil zu sehen. Ein eingetragenes lebenslanges Wohnrecht kann mitunter viele Jahre bestehen bleiben, sodass der Käufer nie genau weiß, wann die Immobilie zum Bewohnen oder Vermieten frei wird. Der Käufer muss demzufolge eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten in Kauf nehmen. Darüber hinaus kann es zu Konflikten zwischen dem Käufer und dem Wohnrechtinhaber kommen. Das kann beispielsweise Vorstellungen zu Instandhaltungsmaßnahmen oder die Nutzung der Immobilie betreffen. Der Käufer muss die im Kaufvertrag festgelegten Rechte und Bedingungen des Wohnrechtinhabers akzeptieren und gegebenenfalls zusätzliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Er sollte zudem seine jetzigen und zukünftigen Lebensumstände berücksichtigen, da das Wohnrecht die Nutzung der Immobilie einschränkt. Schließlich kann eine eingeschränkte finanzielle Flexibilität entstehen, denn das Haus kann nicht vermietet oder schwieriger weiterverkauft werden, solange das Wohnrecht besteht. Die Möglichkeiten zur Kapitalfreisetzung oder Umnutzung können somit eingeschränkt sein.

Welche rechtlichen Aspekte sollten beim „Hauskauf mit Wohnrecht“ beachtet werden?

In Bezug auf die rechtlichen Aspekte sollte zunächst der Kaufvertrag alle Details des Wohnrechts enthalten, einschließlich der Dauer des Wohnrechts, der Nutzungsbedingungen und aller möglicher Einschränkungen. Ein Kauf bricht das eingetragene Wohnrecht im Grundbuch nicht. Dieses bleibt auch nach dem Kauf weiterhin bestehen und kann entgeltlich oder unentgeltlich eingeräumt werden. Grundsätzlich kann das Wohnrecht als persönlich beschränkte Dienstbarkeit im Grundbuch eingetragen werden und führt zu einer stärkeren Rechtsposition des Wohnrechtinhabers. Es dient ihm als zusätzliche Absicherung über die vertragliche Vereinbarung hinaus. Darüber hinaus kann das Wohnrecht auch nur vertraglich zwischen dem Käufer und dem Wohnrechtinhaber vereinbart werden.

Rechte und Pflichten auf Seiten des Käufers und des Wohnrechtinhabers sollten unbedingt berücksichtigt werden. Käufer und Wohnrechtinhaber müssen Rechte und Verpflichtungen beider Seiten respektieren und sich an die vertragliche Vereinbarung halten. Das kann beispielsweise die Instandhaltung der Immobilie betreffen.

 

Sollten Sie einen Hauskauf mit Wohnrecht in Erwägung ziehen, ist eine vorherige sorgfältige Analyse der individuellen Situation angeraten. Es ist wichtig, die persönliche Situation und mögliche Vor- und Nachteile abzuwägen. Darüber hinaus ist zu empfehlen, sich fachliche Beratung durch einen Experten wie einen erfahrenen Immobilienmakler, Rechtsanwalt oder Steuerberater zu suchen, um alle finanziellen und rechtlichen Aspekte einzubeziehen und zu verstehen. Der Hauskauf mit Wohnrecht kann eine durchaus gute Lösung für Käufer und Verkäufer der Immobilie sein.

 

Herzliche Grüße aus Viersen

 

Ihre Daniela Mischel

 

 

Quellen: Engel & Völkers, Heimkapital Magazin, Makler-Vergleich

 

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