Stadtteil Süchteln

Vorstellung: Stadtteil Süchteln

Alte Weberstadt mit Bauwerken aus dem Spätmittelalter

Die Stadt Viersen setzt sich aus den vier Stadtteilen Viersen, Dülken, Süchteln und Boisheim zusammen, welche wir Ihnen in unserem GMG-Blog vorstellen. Dieser Beitrag nimmt den Stadtteil „Süchteln“ und seine Stadtgeschichte genauer unter die Lupe. Testen Sie doch einmal Ihr Wissen über Süchteln oder genießen Sie ganz einfach den Ausflug in Süchtelns Geschichte. Viel Spaß dabei!

Süchteln vom Mittelalter bis heute

Der Name des Stadtteils „Süchteln“ wurde erstmals im Jahr 1116 in Büchern der Abtei St. Pantaleon in Köln erwähnt. Zu dieser Zeit befanden wir uns geschichtlich gesehen mitten im Mittelalter. Ihren Namen bekam die Stadt, laut Überlieferungen, durch zwei Namensgeber. Im Mittelhochdeutschen ist unser heutiges „Süchteln“ nämlich als „Suthele“ bzw. „Suphtele“ überliefert. Der zweite Teil des Wortes hat seinen Ursprung bereits vor Christus, wo eine Göttin namens „Heel“ bzw. „Hele“, was dem heutigen „heilen“ entspricht, verehrt wurde. Diese vorchristliche Verehrung überliefert der bei Süchteln liegende „Heiligenberg“. Der erste Teil „Suht“ bzw. „Suft“ hat im Altgotischen die Bedeutung „Sucht, Siechtum, Krankheit“. Der Stadtteilname „Süchteln“ bedeutet also so viel wie „Sucht oder Krankheit heilen“. Vergleicht man dies mit dem heutigen Süchteln, ist es spannend zu erkennen, dass dieser Ortsteil seinem Namen immer noch gerecht wird. Schließlich ist der Stadtteil Süchteln für die ansässige LVR-Klinik Viersen überregional bekannt.

Seit 1405 besitzt „Süchteln“ urkundliche Stadtrechte und erhielt 1423 Marktrechte. Wir schreiben folglich heute schon mehr als 600 Jahre Stadtrechte für Süchteln. Als alte Weberstadt wird Süchteln aufgrund seiner florierenden Webindustrie vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der 1950er Jahre bezeichnet.

Im Gegensatz zum Stadtteil Dülken, wurde Süchteln glücklicherweise während des Zweiten Weltkriegs von Bombardierungen weitestgehend verschont. Die US-Aliierten nahmen im März 1945 nach Dülken auch Süchteln gegen geringen Widerstand ein.

Seit dem 01. Januar 1970 mit dem Gesetz zur Neugliederung des Kreises Kempen-Krefeld und der kreisfreien Stadt Viersen gehört auch Süchteln fortan zur Stadt Viersen.

Kulturelles und Wissenswertes über Süchteln

Mitten im Zentrum des Stadtteils steht der 73 Meter hohe Turm der katholischen Pfarrkirche St. Clemens, der bereits aus dem Spätmittelalter (1481) stammt. Die Kirche wurde erst 1856 errichtet. Der Stadtkern von Süchteln hat noch weitere historische Sehenswürdigkeiten zu bieten. Der Weberbrunnen in der Hochstraße, der auf die frühere Bedeutung der Textilindustrie verweist, ist ein Beispiel, ebenso wie das Weberhaus bzw. Tendyckhaus.

Außerhalb des Stadtkerns aber immer noch zu Süchteln gehörig, nämlich auf dem Heiligenberg in den Süchtelner Höhen, steht die Irmgardiskapelle mit ihrem Brunnen. Irmgard von Süchteln wurde als Ortsheilige verehrt und verlieh der Kapelle ihren Namen. In jedem Jahr im September findet hier die Irmgardisoktav statt.

Das ehemalige Süchtelner Tor ist ein Überbleibsel der drei Stadttore, die Süchteln einmal hatte. Es gab im damaligen Süchteln keine Stadtmauern, die an die Tore als Stadtbefestigung anschlossen, sondern Wälle. Hätte Napoleon den Bau seines geplanten Nordkanals umsetzen können, wäre Süchteln heute vielleicht eine Hafenstadt. Dafür hatte der Ortsteil früher einmal eine Eisenbahnanbindung. Sie wurde aber nicht bis heute fortgeführt. Früher fuhr sogar eine Straßenbahn durch Süchteln und verband den Süchtelner Stadtgarten mit Viersen, Mönchengladbach und Odenkirchen.

Das Stadtwappen basiert auf einem Siegel aus dem 15. Jahrhundert und stellt ein Stadttor dar. Die Farben gelb, rot und schwarz stammen vom Wappen des Herzogtums Jülich, dem Süchteln in vergangen Tagen einmal angeschlossen war.

Wer gerne mehr über die Stadthistorie von Süchteln wissen und einen spannenden Abend verbringen möchte, sollte sich unbedingt einmal zur Nachtwächterführung anmelden. Hierzu haben wir auch einen ausführlichen Blogbeitrag verfasst.

Leben und Wohnen im heutigen Süchteln

Der Stadtteil „Süchteln“ ist mit knapp 16.000 Einwohnern der drittgrößte Stadtteil Viersens und erstreckt sich über eine Fläche von ca. 23 km2.

Überregionale Bekanntheit erhält Süchteln durch die LVR-Klinik Viersen im Johannistal. Mit seinen zahlreichen Abteilungen wie der LVR-Klinik für Orthopädie, Sucht- und Drogentherapie, Ergo- und Beschäftigungstherapie sowie den psychiatrischen Einrichtungen, wie der Kinder- und Jugendpsychiatrie, macht die vom Landschaftsverband Rheinland getragene Einrichtung dem Stadtnamen „Süchteln“ – „Sucht/Krankheit heilen“ – bis heute alle Ehre.

Wie auch in den anderen Viersener Stadtteilen finden in Süchteln das ganze Jahr über viele Feste statt. Neben der oben genannten Irmgardisoktav im September, findet in der Vorweihnachtszeit die Süchtelner Märchenwoche mit einem WeihnachtsMärchenKonzert statt. Absolute Tradition ist die Aktion „Kinder schmücken Weihnachtsbäume in Süchteln“, wo die ansässigen Schulen und KiTas mit ihren Kindern die Weihnachtsbäume in der Innenstadt mit selbstgebastelter Dekoration verschönern. Ein Besuch auf dem Süchtelner Weihnachtsmarkt ist selbstverständlich auch ein Muss. Die Süchtelner Vielfalt im Frühjahr verschmilzt die Themen Frankreich, Bücher und Künstler.

Die Historie hat den Stadtteil „Süchteln“ zu dem gemacht, was er heute ist und die Spuren der Vergangenheit sind auch heute noch deutlich erkennbar. Die Süchtelner lieben genau das, verknüpft mit der Lage Süchtelns in direkter Natur.

Sie sehen: Viersen ist nicht gleich Viersen, denn jeder Stadtteil hat seinen ganz eigenen Charme.

Herzliche Grüße aus Soetele

Ihre Daniela Mischel

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