Straßennamen im Burgacker I-III

Bedeutung von Straßennamen: Wohnbaugebiet „Burgacker I-III“

Zu Ehren regionaler Künstler

Wollten Sie auch immer schon wissen, was einzelne Viersener Straßennamen bedeuten und woher sie stammen? Dann finden Sie in unserem GMG Blog Antworten. Freuen Sie sich auf geballtes Faktenwissen! Viel Spaß beim Lesen!

Im Wohnbaugebiet „Auf dem Burgacker“ in Viersen-Dülken wurden vom Bau- und Planungsausschuss am 11. Mai 2004 zehn neue Straßennamen beschlossen. Die Namensgebung fokussiert sich auf regionale Künstler. Welche Straßennamen im Burgacker I-III beschlossen wurden und welche Bedeutung sie haben, stellen wir Ihnen in diesem Beitrag vor. 

Hermann-Schmitz-Allee

Die Hermann-Schmitz-Allee erhält ihren Namen vom Künstler Hermann Schmitz aus Süchteln. Er wurde 1904 geboren und hatte das Zeug, ein bedeutender Künstler zu werden, wäre er nicht bereits 1931 im Alter von 27 Jahren gestorben. Schmitz stammte aus einer kinderreichen Süchtelner Familie mit elf Kindern und lebte mit ihr im damaligen Wohnhaus an der Ecke Lindenplatz/Tönisvorster Straße. Er war der Zweitgeborene. Sein Vater, Conrad Schmitz, war ein renommierter Heimatmaler. Auch sein älterer Bruder malte. Die jüngeren Geschwister standen oftmals Modell. Am ehemaligen Wohnhaus der Familie in Süchteln hängt heute eine Gedenktafel.

Jupp-Rübsam-Straße

Die Jupp-Rübsam-Straße im Wohnbaugebiet „Auf dem Burgacker“ erhält ihren Namen vom niederrheinischen Bildhauer Jubb Rübsam, der am 30. Mai 1896 in Düsseldorf geboren wurde und am 25. April 1976 in Nettetal im Kreis Viersen verstarb. Als Meisterschüler von Hubert Netzer an der Kunstakademie Düsseldorf gehörte er z.B. der avantgardistischen Künstlergruppe Junges Rheinland an. Rübsam schuf zahlreiche Plastiken und Skulpturen für den öffentlichen Raum, wie das 39er-Ehrenmal in Düsseldorf. Durch einen Unfall wurde seine Arbeitsfähigkeit ab 1963 stark eingeschränkt. Als Vater des Bildhauers Peter Rübsam verstarb Jupp Rübsam 1976 im Kreis Viersen in seiner Wahlheimat Nettetal-Hinsbeck.

Franz-Hellner-Straße

Einer der führenden rheinischen Vertreter der sakralen Goldschmiedekunst, Franz Xa­ver Hell­ner, ist der Namensgeber für die Franz-Hellner-Straße im Wohnbaugebiet „Auf dem Burgacker“. Er war spezialisiert auf die Neu­an­fer­ti­gung und Re­stau­rie­rung von lit­ur­gi­schem Ge­rät und Kir­chen­schmuck im neu­go­ti­schen Stil. Franz Hellner wurde am 06. Dezember 1819 in Ronsdorf, der heutigen Stadt Wuppertal, geboren. Er machte sich überregional sowie in den benachbarten Niederlanden und Belgien einen Namen und vergrößerte seine Goldschmiedewerkstatt Zug um Zug. Seine beiden Ehen blieben kinderlos, sodass Hellner seine Werkstatt 1894 an seinen Neffen übertrug. Im Jahr 1898 musste das Kempener Geschäft schließen und Hellner zog zu seinem Neffen, wo er am 19. Mai 1901 verstarb.

Wilhelm-Teuwen-Straße

Im Wohnbaugebiet „Auf dem Burgacker“ befindet sich die Wilhelm-Teuwen-Straße, die auf den deutschen Maler, Glasmaler, Holzschneider und Kunstprofessor, Wilhelm Teuwen, zurückgeht. Er wurde am 16. August 1908 in Viersen Anrath geboren und verstarb dort am 21. August 1967. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und im Zuge des Wiederaufbaus fand sein Talent in Verglasungen und Restaurierungen in Sagral- und Profanbauten wie dem Kölner Dom Verwirklichung, wie beispielsweise im Hauptfenster des Querbaus. Bis zu seinem Tod war er als Professor für Glasmalerei an den wiedereröffneten Kölner Werkschulen tätig.

Emil-Flecken-Straße

Die Emil-Flecken-Straße im Wohnbaugebiet „Auf dem Burgacker“ in Viersen-Dülken geht zurück auf den aus Süchteln stammenden Maler, Emil Flecken. Er wurde 1890 geboren und verstarb am 31. Januar 1981 in Köln, wo er ab 1919 lebte und arbeitete. Er wurde an den Kunstakademien in Düsseldorf und München ausgebildet und reiste durch die Welt, bis er als Lehrer an der Kölner Werkschule tätig wurde. Er malte zahlreiche Portraits und Landschaftsmalereien, die in der Tradition der akademischen Malerei des beginnenden 20. Jahrhunderts standen. Zeitgenössische Entwicklungen hatten bis zuletzt kaum Einfluss auf seine Werke. 

Die Straßennamen im Burgacker I-III stehen also ganz im Zeichen regionaler Künstler. Eine tolle Möglichkeit, um an unsere regionalen Künstlergrößen zu erinnern.

Es grüßt Sie herzlich vom Burgacker

Ihre Daniela Mischel

 

Quellen: Stadt Viersen, Verein für Heimatpflege e.V., Rheinische Post, LVR Portal Rheinische Geschichte, Geschichtswerkstatt Mülheim, Wikipedia.

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