CO2-neutraler Hausbau

CO2-neutraler Hausbau

EU-Klimaziel: Treibhausgasemissionen um 55% bis 2030 reduzieren

Die Mitgliedstaaten der EU, darunter auch Deutschland, haben sich mit dem „Fit-for-55-Programm“ ambitiöse Klimaziele gesetzt. Ein Ziel ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 55% bis 2030 im Vergleich zu 1990. Europa soll bis 2050 treibhausgasneutral werden. Diese Ziele können nicht erreicht werden, ohne den Sektor des Bauens und Wohnens in die Verantwortung zu ziehen. Wie ein CO2-neutraler Hausbau aussehen kann, erfahren Sie in diesem Blogartikel. Viel Freude beim Informieren!

Klimawandel und Bausektor

Die Bauindustrie, besonders das Betreiben der Wohngebäude, verantworten fast 40 Prozent der weltweiten Treibhausgase. Diese Zahl umfasst sowohl den Bau als auch den späteren Betrieb der Gebäude, womit beispielsweise Heizen und Stromverbrauch gemeint sind. Diese Zahl zeigt, wie wichtig es ist, den Bausektor in die Klimaziele einzubinden.

Gebäude haben eine sehr lange Lebensdauer, in der Regel viele Jahrzehnte. Entscheidungen, die heute beim Hausbau getroffen werden, wirken sich also langfristig auf den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen aus. Ein CO2-neutraler Hausbau ist zudem nicht nur gut für die Umwelt, sondern kann auch wirtschaftliche Vorteile haben. Energieeffiziente Gebäude senken die Betriebskosten und können den Wert der Immobilie steigern. Im Bereich des Hausbaus und Wohnens kann jeder Einzelne durch bewusste Entscheidungen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Einer der größten Übeltäter, wenn es um CO2-Emissionen im Bausektor geht, ist die Betonproduktion. Eine Hauptkomponente des Betons ist Zement, dessen Produktion sehr energieintensiv ist und etwa 8% der weltweiten CO2-Emissionen verursacht. Besonders der Brennprozess für die Umwandlung von Kalkstein in Klinker ist hier das Problem.

Technologien und Methoden für den CO2-neutralen Hausbau

Es gibt mittlerweile zahlreiche Technologien und Methoden, um den Hausbau CO2-neutral zu gestalten. Bezogen auf die Baumaterialien lässt sich einiges an CO2 einsparen. Beim Hausbau können beispielsweise recycelte oder nachhaltige Materialien wie recycelter Stahl, regional gewonnenes Holz und Naturdämmstoffe wie Zellulose verwendet werden. Wenn Beton verwendet werden soll, kann auf Faserbeton als klimafreundlichere Alternative zurückgegriffen werden. Durch Zugabe von Glas- oder Carbonfasern kann hierbei die Menge an Zement reduziert werden, ohne die Stabilität zu beeinträchtigen. Zudem kann recycelter Beton verwendet werden, der aus aufbereiteten Betonabfällen besteht, die in neuen Betonmischungen verwendet werden. Das reduziert den Bedarf an neuem Zement. Unternehmen wie der Zementhersteller HeidelbergCement arbeiten bereits an der Herstellung eines CO2-neutralen Betons. Mithilfe des Projekts “Carbon Capture and Storage” (CSS) wollen sie bis 2050 einen CO2-neutralen Beton anbieten.

Darüber hinaus können Bauherrinnen und Bauherren auf alternative Baumaterialen ausweichen wie die Holzbauweise. Holz bindet CO2 und kann oft als strukturelle Alternative zu Beton verwendet werden. In Deutschland gibt es bereits mehrstöckige Gebäude, die fast vollständig aus Holz bestehen.

Neben der Verwendung von Baumaterialien kann auch beim Design und der Ausstattung des Hauses viel für das Klima getan werden. Der Passivhaus-Standard bietet beispielsweise eine gute Möglichkeit in Richtung CO2-neutraler Hausbau, da er auf eine extrem gute Wärmedämmung, Dreifachverglasung und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung setzt. Durch den Einsatz von Photovoltaik-Anlagen zur Eigenstromproduktion oder die Anwendung von Wärmepumpen, die Energie aus der Umwelt nutzen, kann auch die Energieeffizienz eines Hauses erhöht werden. Das verringert wiederum die CO2-Emissionen. Eine grüne Infrastruktur in Form begrünter Dächer und vertikaler Gärten speichert nicht nur CO2, sondern trägt auch zur Biodiversität bei.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Förderungen

Das GEG (Gebäudeenergiegesetz) sorgt seit 2020 in Deutschland dafür, die geltenden europäischen Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden umzusetzen. Es ist ein Verfahren zum Nachweis der Einhaltung der energetischen Anforderungen bei der Errichtung von Wohngebäuden. Bei Neubauten müssen demnach erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Weitere Detail können Sie dem Blogartikel zum Gebäudeenergiegesetz 2020/2023 entnehmen.

Neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen sind Förderungen für den CO2-neutralen Hausbau von Interesse. Es gibt beispielsweise verschiedene KfW-Förderprogramme, um den CO2-neutralen Hausbau oder die Sanierung zu finanzieren.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen mbH (WFG) widmet sich als kommunale Einrichtung auch dem nachhaltigen Bauen und hat einige Initiativen und Projekte in diesem Bereich umgesetzt.

 

Ein CO2-neutraler Hausbau lässt sich leichter umsetzen, als gedacht. In diesem Beitrag haben Sie einige Wege und Lösungen kennen gelernt. Die Entwicklungen in diesem Bereich sind jedoch rasant und es lohnt sich, auf dem Laufenden zu bleiben.

 

Herzliche Grüße aus Viersen

 

Ihre Daniela Mischel

 

 

 

Quellen: Die Bundesregierung (EU-Klimaschutzpaket: Fit For 55), iBau, ARD Alpha, WFG

 

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